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Starkes Podium beim Heimrennen für Lukas Dunner

Platz 3 für Lukas Dunner beim Heimrennen am Red Bull RingNach dem extrem erfolgreichen Rennwochenende in Ungarn, vergangenes Wochenende, reist der 17-jährige Liese Prokop Schüler Lukas Dunner, der am ÖLSZ Südstadt stationiert ist – wie schon einst die Tennislegende Thomas Muster – gemeinsam mit seinem Team Teo Martin Motorsport und seinem gesamten Betreuerstab, Familie, Fans und Freunden in der unvergleichlichen Naturarena „am“ Spielberg an. Seit langem freut er sich darauf, endlich am Red Bull Ring zu fahren.

Video

Im Gepäck hat Lukas Dunner, nach 12 von 18 Rennen in der Euro Formula Open im Teo Martin Motorsport Formel 3, 2x Pole Position, 7x am Podium und im Ultimate Cup im Wimmer Werk LMP3, 2x Pole Position und 2x Siege. Nicht schlecht könnte man meinen, doch Lukas ist nur bedingt zufrieden mit dem Erreichten, auch das zeichnet den jungen Mann aus. Sein Idol und Vorbild auf und neben der Rennstrecke ist der leider viel zu früh verstorbene, unvergessliche Niki Lauda – beide Novomatic Markenbotschafter. Diesem widmet Lukas sein Debut und erstes Heimrennen am Red Bull Ring.

Lukas Dunner mit Dr. Hannes Reichmann (Novomatic )bei der offiziellen Helm Übergabe im "Niki Lauda" Design

Gemeinsam mit seinem neuen Partner, dem Arai Importeur von Österreich, Georg Zoltan, wurde eigens für den Red Bull Ring, ein Helm im Niki Lauda Design und jede Menge Rotkappen zum Red Bull Ring gebracht, um diesem einzigartigen Menschen, dem heldenhaften Rennfahrer und vorbildlichen Kaufmann, Tribut zu zollen.

Lukas Dunner, geboren am 12. März 2002, ist obwohl gerade einmal 17 Jahre alt, nach Reglement kein Rookie mehr in der Euro Formula Open F3, doch er ist jünger als alle Rookies, bis auf einen, den Sohn der Motoradlegende Mick Doohan, Jack Doohan. Doch auch der ist gerade einmal ein paar Monate jünger als der junge Wiener. Dunner hat sich in dieser extrem stark besetzten Formel 3 Meisterschaft klar positioniert, er hat sich bis lang gegen drei aus dem Red Bull Juniorteam, sowie zwei Honda Junioren und deklarierte Toptalente, ganz klar durchsetzen können und diese auf die Plätze verwiesen. Lediglich der drei Jahre ältere Marino Sato, der bereits das dritte Jahr in diesem klar überlegenen Auto sitzt, liegt in der Meisterschaftstabelle vor Dunner – bald unerreichbar – in Führung.  

In diesem Bewusstsein und nicht willens, das zu akzeptieren, ist Lukas Dunner gezwungen und gewillt, immer ans Limit zu gehen, und manchmal auch drüber, um fahrerisch auszugleichen, was technisch und Reglement bedingt fehlt. Schon in den freien Trainings am Freitag, konnte man Dunner auch neben der Streckenbegrenzung, in der Wiese sehen, nicht ideal, doch wer nicht über dem Limit war, war nicht am Limit. Am Freitag hat man bei Teo Martin Mensch und Maschine für die beiden Zeittrainings und zwei Rennen am Samstag und Sonntag, bestmöglich abgestimmt.

Lukas Dunner am Weg zum Podium

Am Samstag in der Früh in Qualifying eins war man, nach einer Orgie an Streichungen von schnellen Runden, aufgrund von „Track Limits“ auf einem enttäuschenden Platz zehn, nicht das was man seinen Fans beim Heimrennen bieten möchte. Nur wenige Stunden später, stand Rennen eins auf dem Programm. Einige technische Umstellungen sollten helfen, im Rennen den offensichtlichen Performancenachteil zu verringen.

Video Boxenstopp

Im Rennen hat Dunner, abgebrüht wie ein alter Fuchs, enorme Intelligenz und sein Kämpferherz ausgepackt. Extrem abgebrüht ist er nach einem Bombenstart immer dort gewesen, wo sich eine Lücke auftat, ging in jede Lücke, auch in die berühmte, die es – noch – nicht gab und fuhr in einem mit jeder Menge Action vollgepackten Rennen, vor den Augen seiner mitgereisten Familie, Freunde und Fans, ein furioses Rennen von Platz zehn aufs Podium – Platz 3 in Rennen 1.

Am Sonntag, früh morgens um 08:15, ging es bereits ins zweite Zeittraining, das aus Sicht von den zahlreich angereisten Dunner Fans, kaum spannender hätte verlaufen können. Der junge Wiener, bietet einen Thriller und ging im ersten Run, ans und übers Limit, und konnte Ausgang Kurve 10 Schlimmeres nur mit sehr viel Fahrkönnen und dem nötigen Quäntchen Glück, verhindern.

Er musste in dem nur 25 Minutigen Qualifying, am Ende der Zeitentabelle liegend, eine ganze Runde mit dem defekten Auto zurück an die Box, einen neuen Frontflügel, eine neue Nase und den geplanten zweiten Satz neue Reifen vorzeitig abholen. In den verbliebenen wenigen Minuten, die Zeit reichte gerade einmal für eine gezeitete Runde, konnte Lukas Dunner, trotz defektem Unterboden, seinen Teo Martin Boliden in Reihe drei und auf Platz sechs stellen. 

Im Sonntagrennen hatte Dunner erneut einen äußerst guten Start, schon vor Kurve zwei, war er auf Position fünf und nachdem er den Red Bull Junior, Jack Doohan, schon kurz darauf überholen konnte, lag der junge Österreicher auf dem vierten Platz. Entschlossen ein weiteres Podium zu seinen bisherigen Erfolgen hinzuzufügen, hat der 17-jährige, den vor ihm liegenden Vorjahresmeister der Britischen Formel 3, den 20-jährigen Linus Lundqvist gejagt und permanent unter Druck gesetzt.

Vier Runden vor Schluss, hat Dunner bergauf zu Kurve zwei bereits die Nase vorne, beide gingen Rad an Rad in die Kurve, Dunner außen und Lundqvist innen, wie einst Hamilton und Rosberg. Lundqvist ließ Dunner keinen Platz auf der Strecke, Dunner musste die „run offs“ nehmen, um einen Unfall zu vermeiden und die Stewards entschieden noch im Rennen, dass Dunner den dritten Platz zurückgeben musste und Lundqvist kam ohne Strafe davon. Auch der Besuch bei den Stewards mit den beweiskräftigen Onboard Videos nach dem Rennen, hatte daran nichts mehr ändern können, es blieb bei Platz vier.

Jubelstimmung bei der ganzen Mannschaft nach Rang 3

Lukas Dunner:

„Ich bin so erzogen worden, alles zu 100% zu machen, ganz oder gar nicht. Und wenn es sein muss, die Dinge auch einmal anzusprechen, mit dem nötigen Respekt. Mir geht es nicht darum, es gesagt zu haben, sondern darum, dass sich was ändert. Ich möchte mich in den Spiegel schauen können, ohne mich zu verbiegen. Wir Rennfahrer reden untereinander und wir sind uns einig, doch die meisten befürchten Gegenwind, wenn sie die Dinge ansprechen. Ich finde, es ist genug Zeit vergangen, die Dinge in Ordnung zu bringen, ich bin nicht hier, um meine Zeit zu vergeuden, es geht auch um viel Geld, das meiner Familie und meiner Partner, es tut mir auch sehr leid für mein Team, die investieren auch so viel Zeit und Geld,“ meint der kämpferische junge Mann aus Wien.

„Ich bin zwar erst 17, habe aber keine Zeit zu verlieren und nichts zu verschenken, wie Niki einmal in einer Werbung gesagt hat, ich will nicht zweiter sein, sondern gewinnen und zumindest das Gefühl haben, alles dafür getan zu haben, unter fairen und gleichen Bedingungen, auf und neben der Rennstrecke!“

„Abgesehen davon geht es mir extrem gut, meine Entwicklung und mein Weg geben mir enorme Kraft, noch ein Jahr Schule, für heuer ist das Thema erfolgreich abgehakt, nach einem kurzen Urlaub im sonnigen Andalusien, werden wir im R5 Skoda Fabia R5 von Günter Knobloch, die nächsten Schritte angehen, bevor es, gut vorbereitet, nach Silverstone zur Euro Formula Open geht, wir haben sehr viel erreicht und noch viel vor.“

Das nächste Rennen ist das Euroformula Open Formel 3 Rennen, am 7. und 8. September, in Silverstone / UK.

Meisterschaftstabelle nach 12 von 18 Rennen:

  1. Marino Sato / Team Motopark – 262 Punkte 
  2. Lukas Dunner / Teo Martin Motorsport – 154 Punkte
  3. Liam Lawson / Team Motopark / Red Bull Junior Team  – 120 Punkte
  4. Yuki Tsunoda / Team Motopark / Red Bull Junior Team  – 110 Punkte
  5. Julian Hanses / Team Motopark   –   98 Punkte
  6. Linus Lundqvist / Double R Racing  –   96 Punkte 
  7. Jack Doohan / Red Bull Junior Team –   76 Punkte

Text: 1st Mile  Fotocredit: Fotospeedy

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