finis paratos esse

Lukas Dunner – Der steile Weg an die Spitze

Lukas Dunner Foto: 1st Mile

Formel 1, Formel 2, Formel 3, Formel 3 Europameisterschaft , Formel 4 und weil das noch nicht reicht, gibt es noch – neben der Formel Renault und, und, und – die Euroformula Open! Damit man die Übersicht nicht komplett verliert werden die Formel-Klassen seit einiger Zeit, so wie früher auch schon einmal, wieder ganz klassisch hochgezählt.

Für die Teilnehmer und vor allem für die Konstrukteure bedeutet das, dass sie sich penibel an die FIA-Vorgaben beim Bau und Einsatz eines Rennfahrzeuges halten müssen. Davon betroffen sind Parameter wie Länge, Breite, Höhe, Motorisierung, Mindestgewicht, Reifendimension, Sicherheitseinrichtungen etc. Die Leistungsfähigkeit wird über Formeln definiert (z. B. Leistung/Gewicht), um möglichst gleiche Voraussetzungen für alle Teilnehmer – sprich Chancengleichheit – herzustellen. So soll die Dominanz eines einzelnen Teams bzw. Fahrers durch einen technischen Vorteil über einen längeren Zeitraum erschwert bzw. verhindert werden.  

Der Anspruch, den Fahrer in den „Mittelpunkt“ zu stellen, gelingt mit Ausnahme der Formel 1 recht gut – eine 100-Prozent-Chancengleichheit wird, so wie im richtigen Leben auch, dennoch kaum möglich sein. Das beweist sowohl die Tatsache, dass es mittlerweile Rennfahrerdynastien gibt, aber auch der Umstand, dass manche Namen bekannt sind, wenn man sich etwas mit der Welt der Reichen, Schönen und Mächtigen beschäftigt. Aber alleine der Wille zur Chancengleichheit verdient schon ein Lob.

Die Euroformula Open kann als „zweite Liga der Formel 3 Europameisterschaft “ betrachtet werden. Sie ist eine etwas günstigere internationale Nachwuchsmeisterschaft um jungen Talenten ohne den ganz großen Druck ein Lernjahr zu ermöglichen. Alle Nachwuchsformeln – wobei man hier den Kartsport nicht vergessen darf – dienen mehr oder weniger dem gnadenlosen „Aussieben“ auf der Karriereleiter Richtung Formel 1. Geschätzt steigen aus mehreren tausend Kartfahrern weltweit einige hundert in diverse Formel-Klassen auf. Von ihnen schaffen einige Dutzend den Sprung in die nächsthöhere Kategorie (Formel 2, Formel 3 oder vergleichbar). Nur ein bis zwei Fahrer pro Jahr weltweit schaffen es im Durchschnitt in die höchste Klasse des Motorsports – die Formel 1. Weitere ein bis vier kommen in der amerikanischen Indy Car-Serie unter (einer kleinen Stufe unter der Formel 1). Der Rest muss seine Karriere entweder einstellen, vertagen oder den Weg in die Sport-Prototypen, Tourenwagen bzw. GT-Serien einschlagen und versuchen dort ein Cockpit zu finden um als „Berufskraftfahrer“ arbeiten zu dürfen.

Der 16-jährige Österreicher Lukas Dunner steht am Beginn einer solchen Motorsportkarriere. 2018 ist der Wiener in der angesprochenen Euroformula am Start um Technik, Strecken, aber vor allem das „Rennen fahren“ in der nächsten Ebene zu erlernen und Erfahrungen zu sammeln. Im spanischen Team von DRIVEX erreicht Dunner den siebten Gesamtrang in der Meisterschaft, Rang 2 in der Rookie-Wertung und schafft es mit zwei dritten Plätzen in Silverstone und Monza auf das Podium. Mit entschlossenen Aufholjagten und Überholmanövern zeigt der Youngster, dessen Rennen man am Livestream der Euroformula beobachten kann, eine stetige Entwicklung nach oben. Überlegener Gesamtsieger der Meisterschaft wird der Brasilianer Felipe Drugovich mit 14 Siegen in 16 Rennen und neun Poleposition sowie 10 schnellsten Runden im Rennen.

Zum Abschluss seiner Rennsaison erhält Dunner noch die Möglichkeit im WimmerWerk-Team an der Seite von Mathias Kaiser (Liechtenstein) und dem Steirer Klaus Bachler im Ligier LMP3 Platz zu nehmen, wo es um die Meisterschaft in der VdeV geht. Im Jahr 2019 sollte man die Karriere von Lukas Dunner auf jeden Fall im Auge behalten.

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