finis paratos esse

LUKAS DUNNER BEEINDRUCKT BEIM GRAND PRIX IN PAU/FR

Lukas Dunner in Pau/FR Euroformula

Lukas Dunner kommt am Donnerstag mit seinem Team Teo Martin Motorsport, nach einem erfolgreichen Saisonauftakt in Paul Ricard, mit bereits einer Pole Position und zwei Podiums im Gepäck, jedoch ohne Erfahrung und gut vorbereitet, zu seinem Debut in einem Straßenrennen. Der legendäre Grand Prix von Pau am Fuße der Pyrenäen, ist völliges Neuland für den gerade einmal 17-jährigen Österreicher.  

Drei Wochen nach dem fulminanten Start in die Saison 2019, haben alle Wettervorhersagen bereits Tage vor dem Grand Prix in Pau klar gemacht, dass die Regenwahrscheinlichkeit bei 100% liegen wird. Lukas Dunner, der die Liese Prokop Privatschule besucht und am ÖLSZ Südstadt stationiert ist, hat sich mit seinem Team Teo Martin Motorsport, in der Vorwoche akribisch im Simulator bei Prema Powerteam und bei einem Test in Valencia auf die besonderen Bedingungen vorbereitet. Sein Ziel war mit so vielen Punkten wie möglich von Pau abzureisen – kalkuliertes Risiko und keine Fehler war sein Motto.

Bereits der Freitag hat gehalten, was vorhergesagt wurde. Bei Regen wurden die beiden ersten freien Trainings gefahren. Während manch andere das Limit gesucht und in der Mauer gefunden hatten, war Dunner clever und hat wie geplant Kilometer/Erfahrung gesammelt, das Wochenende geduldig aufgebaut. Fehlerlos hat er sich im starken Fahrerfeld, dennoch im Mittelfeld behauptet. Dunner war zufrieden mit der Leistung, wobei die Platzierung im Mittelfeld gefiel ihm weniger.

Lukas Dunner in Pau/FR Euroformula

Am Samstag später Vormittag stand das erste Zeittraining für die Staraufstellung für das Rennen am Nachmittag am Programm. Der junge Wiener hat erneut gezeigt mit welch enormer Abgebrühtheit er mittlerweile derartige Herausforderungen meistert. Kaltschnäuzig liefert er ab und stellt seinen Teo Martin Boliden, erneut, ohne am absoluten Limit zu sein, in Startreihe zwei und auf Position vier.

Am selben Tag am Nachmittag war das erste Rennen an diesem Wochenende. Bei chaotischen Wetterbedingungen wurde das erste Rennen gestartet. Es lag Regen in der Luft, die ersten Regentropfen zwangen die Rennleitung das Rennen im aller letzten Moment als Regenrennen zu deklarieren und die Mechaniker erneut auf die Startaufstellung zu lassen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Regenreifen aufzuziehen. 

Dunner hat sich mit seinem Team entschieden auf Trockenreifen zu bleiben, was sich nachträglich als richtig herausstellen sollte. Da überholen in den Straßen von Pau so gut wie unmöglich ist, galt es einerseits beim Start nichts zu riskieren, sowie andererseits, wenn möglich Positionen gut zu machen.

Auf der Innenseite mit weniger Grip musste der junge Wiener einen am Start durchlassen, Dunner zeigte aber später im Rennen, dass man sehr wohl überholen kann. Mit einem sehenswerten Manöver bewies der 17-jährige, mit welch feinen handwerklichen Fähigkeiten und Zweikampfstärke er mittlerweile zu Werke geht.  Lukas Dunner holt bei seiner Premiere in einem Straßenrennen, die zweitschnellste Rennrunde und Platz vier in Rennen eins.

Am Sonntag in der Früh galt es neuerlich im Zeittraining, so wenig wie möglich zu riskieren und so weit wie möglich vorne zu sein, um die Basis für eine gute Platzierung zu schaffen. Auch diesmal war Regen in der Luft und daher galt es sofort zu Beginn des Zeittrainings, eine schnelle Runde abzuliefern. Am Ende lagen die ersten zehn nur innerhalb einer halben Sekunde, Dunner stellte mit nur zwei Zentel Sekunden Rückstand auf Platz zwei, sein Auto in Reihe vier, auf Startplatz acht.

Lukas Dunner in Pau/FR Euroformula

Am Sonntagnachmittag, mit mehr als einer Stunde Verspätung, wurde dann der Grand Prix von Pau gestartet. Erneut als Regenrennen deklariert und erneut mit den profillosen Trockenreifen, pünktlich zu Rennbeginn begann es leicht zu regnen. Einige im Feld hatten sofort auf Regenreifen gewechselt, die Anweisung am Funk von Dunner’s technischem Direktor – Paolo Angilella – war: „Bleib auf der Strecke, es wird sehr schwierig, wir schauen uns erst den Speed an und entscheiden dann weiter.“

Man ist nach wenigen Runden, als einer der ersten, nach einem schnellen Boxenstopp, ebenfalls auf Regenreifen gegangen und musste dann von Platz vierzehn volle Attacke gehen, am Ende wechselten nahezu alle auf Regenreifen. Bis plötzlich zwei Kontrahenten, unmittelbar vor Dunner, in Kurve zwei in die Leitplanke fuhren und die Straße blockierten. Dunner konnte gerade noch anhalten, berührte seinen Teamkollegen leicht mit dem Frontflügel, legte den Retourgang ein, reversierte und griff erneut an.

Auch mit der schnellsten Rennrunde im legendären Großen Preis von Pau, bei einer Wetterlotterie, war das Podium außer Reichweite, Platz vier auch in Rennen zwei bringt wertvolle Punkte für die Meisterschaft, Dunner reist als dritter in der Meisterschaft, mit nur zwei Punkten Abstand auf Platz zwei und nur acht Punktehinter dem Tabellenführenden aus Pau ab.    

Lukas Dunner in Pau/FR Euroformula

Lukas Dunner:

„Dieses Rennen ist mit Worten nicht zu beschreiben.  Ich war noch nie so gefordert, bei solchen Bedingungen, wo du dir nicht den geringsten Fehler erlauben darfst, auch noch ans Limit zu gehen. So was habe ich noch nicht einmal annähernd davor erlebt. Ich bin froh, dass ich bei den Verhältnissen mit guten Punkten nach Hause fahren kann. Den Billy gewinnen zu sehen, war Gänsehaut pur, ich freu mich wirklich sehr für ihn, wenn man weiß wie schwer dieses Rennen ohne Handikap ist, ist diese Leistung eigentlich nicht zu glauben. Schon am kommenden Wochenende geht es in Hockenheim weiter für mich, auch dort bin ich noch nie gefahren.“

Nächstes Rennen – Lukas Dunner fährt bereits kommendes Wochenende, am 25. und 26. Mai mit Teo Martin Motorsport auf der Grand Prix Strecke in Hockenheim. 

Meisterschaftsstand nach Rennwochenende 2:

  1. Liam Lawson / Team Motopark / Red Bull Junior Team – 64 Punkte
  2. Marino Sato / Team Motopark – 58 Punkte 
  3. Lukas Dunner / Teo Martin Motorsport – 56 Punkte
  4. Yuki Tsunoda / Team Motopark / Red Bull Junior Team- 42 Punkte
  5. Linus Lundquist / Double R Racing – 33 Punkte 

Text & Bilder: 1st Mile

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